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Keine Rechtfertigung für Waljagd


Morgen beginnt die Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Slowenien.

Zwergwale in der Antarktis (Foto: Stefan Hendricks, Alfred-Wegener-Institut)

Zwergwale in der Antarktis
(Foto: Stefan Hendricks, Alfred-Wegener-Institut)

Die Umweltorganisation WWF fordert zum Auftakt der Konferenz, dass endlich die Schlupflöcher für den pseudowissenschaftlichen Walfang in den IWC-Regularien geschlossen werden. Die IWC muss sich für den Schutz von Walen stark machen.

Der WWF schreibt dazu auf seiner Website Folgendes:

„Waljagd ist völlig aus der Zeit gefallen. Nach 30 Jahren Walfangmoratorium muss endlich auch der Deckmantel des wissenschaftlichen Walfangs eingemottet werden. Es gibt keine Rechtfertigung für tödliche Waljagd im Namen der Wissenschaft, deshalb darf es auch keine weiteren Sondergenehmigungen dafür geben“, fordert Stephan Lutter, Meeresschutzexperte des WWF.

333 Minkwale wurden erlegt

Japan hat seinen pseudowissenschaftlichen Walfang im Südpolarmeer trotz eines Verbots des Internationalen Gerichtshofes und einer IWC-Resolution unter einem minimal veränderten „Forschungsprogramm“ wieder aufgenommen und in der Saison 2015/16 dort 333 Minkwale (auch Zwergwale genannt) erlegt.

Der WWF fordert die IWC auch auf, die von Japan neu beantragte Sondergenehmigung für Waljagd in eigenen Küstengewässern abzulehnen. „Die IWC darf nicht noch neue Schlupflöcher und Sonderformen des Walfangs schaffen“, so Lutter weiter.

Forderung nach Walschutzgebiet im Südatlantik

Um den Walschutz zu stärken, unterstützt WWF die Forderung nach einem neuen Walschutzgebiet im Südatlantik. 51 Walarten nutzen diese Meeresregion regelmäßig und geraten mit menschlichen Aktivitäten in Konflikt. Vor dem Walfangverbot wurden hier Finnwale, Glattwale, Pottwale und Zwergwale gejagt und die Bestände teils stark dezimiert.

„Viele Walarten nutzen den Südatlantik regelmäßig auf ihren Wanderungen, zur Fortpflanzung oder finden ihre Nahrung in diesen Gewässern. Die allgegenwärtigen Hauptbedrohungen für Wale wie Schiffskollisionen und Beifang-Tod in der Fischerei müssen in solch viel frequentierten Regionen endlich minimiert werden. Wissenschaftlichen Segen haben die Schutzpläne bereits, es hängt am politischen Willen der IWC, die Meeressäuger zu schützen“, sagt WWF-Meeresschutzexperte Lutter.

Eine Minderheit von Pro-Walfang-Staaten hat das Schutzgebiet bisher verhindert. Der WWF weist darauf hin, dass jährlich bis zu 300.000 Wale und Delfine als Beifang in Fischernetzen sterben.

Hintergrund

Seit 1986 ist es verboten, Großwale kommerziell zu jagen. Vor allem Japan nutzt allerdings ein juristisches Schlupfloch und tötet Wale aus angeblich wissenschaftlichen Gründen.

Auf den IWC-Konferenzen blockieren sich Befürworter und Gegner des Walfangs seit Jahren. Die Schutzbemühungen kommen daher – wenn überhaupt – im Schneckentempo voran. Noch problematischer als die direkte Jagd sind der Beifang von Kleinwalen und Delfinen durch die Fischereiindustrie, Kollisionen von Walen mit Schiffen, die Lärmbelastung der Ozeane oder der Abbau von Bodenschätzen, wie etwa in der Arktis.
(Quelle: WWF)

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