Ob sich ein Wal auf der Flucht vor einem Angreifer befindet oder sich dem Angreifer stellt, erkennt man offenbar unter anderem an seinen Lautäußerungen.
Mit dem unterschiedlichen Verhalten der Bartenwale hat sich eine Studie der University of Washington in Seattle befasst.
Ruffrequenzen
Trevor Branch, Professor für Meeres- und Fischereiwissenschaften, hat die Ruffrequenzen und den Schalldruck der Gesänge von 15 Bartenwalarten dem Hörbereich von Orcas – den einzigen natürlichen Feinden der Wale – gegenübergestellt.
Fluchtwale
Wenn Blauwale von Orcas angegriffen werden, klingen die Töne der riesigen Meeressäugers tiefer als gewöhnlich. Die Orcas können Rufe in einem Frequenzbereich unter 100 Herzt kaum wahrnehmen. Ihnen entgeht somit die potenzielle Beute.
Ihre Stromlinienform ermöglicht es Blau-, Finn- und Brydewalen 20 bis 40 Kilometer in der Stunde zu schwimmen. Sie können vor angreifenden Orcas flüchten. Wenn die Orcas ihre Beute allerdings doch einholen, wehren sich die „Fluchtwale“ kaum.
Kampfwale
Es gibt aber auch „Kampfwale“, die sich den Orcas stellen. Dazu gehören der Atlantische Nordkaper, der Grönland- und der Buckelwal. Sie verändern ihre Tonfrequenz nicht, wenn sich Orcas in der Nähe aufhalten.
Sie haben ihren Lebensraum meist im seichteren Wasser in Küstennähe und sind keine so schnellen Schwimmer wie zum Beispiel der Blauwal.
Die Kämpfer stellen sich den Orcas und verteidigen sich. Ihre robusten Körper mit verhärteten Hautstellen und Verkrustungen, die von Seepocken stammen, schützen sie wie ein Panzer.
(Quelle: Akustische Tarnung: Ängstliche Wale singen anders)