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Delfinforschung in Zürich


Weit und breit gibt es keine Delfine in der Schweiz – und trotzdem wird hier Delfin-Forschung betrieben.

Große Tümmler (Symbolfoto: Rüdiger Hengl)

So kurios das auch klingen mag, vieles, was man heute über die Delfine weiß, verdankt man Erkenntnissen aus dem Binnenstaat Schweiz.

Seit 40 Jahren Forschung in Australien

Die Universität Zürich betreibt nämlich schon seit 40 Jahren an der Westküste Australiens Delfin-Forschung .

Für Michael Krützen – Evolutionsbiologe an der Uni Zürich – ist Australien so etwas wie die zweite Heimat geworden.

Er kennt sich sehr gut mit den Delfinen in der Meeresbucht Shark Bay (800 Kilometer nördlich von Perth) aus. Dort leben 3.000 Große Tümmler.

Genetische Verwandtschaft

Unter anderem erforscht der 56-jährige Professor die genetische Verwandtschaft der Delfine.

Dazu hat er ein spezielles Luftgewehr anfertigen lassen, mit dem Biopsie-Pfeile auf die Tiere geschossen werden.

Das aus der Flanke gewonnene Gewebe des Delfins gibt nicht nur Aufschluss über die Verwandtschaftsbeziehungen der Delfine untereinander, sondern laut Evolutionsgenetikerin Svenja Marfurt konnte durch die genetischen Analysen auch herausgefunden werden, dass die ersten Delfin-Populationen in dieser Gegend vor 12.000 bis 15.000 Jahren entstanden sind.

Studien zur Anpassungsfähigkeit

Die Studien befassen sich unter anderem aber auch mit dem Sozialverhalten der Delfine und damit, wie gut sich die Meeressäuger an den fortschreitenden Klimawandel anpassen.

Als 2011 die Wassertemperatur in kurzer Zeit um bis zu vier Grad anstieg, starb in Shark Bay ein Drittel der weltweit größten Seegraswiesen ab. Das war eine Tragödie für die biologische Vielfalt. Auch die Delfine traf es, die in der Unterwasserflora auf Jagd gehen und keine Fische mehr fanden.

Die Delfine befinden sich im Klimastress

Die Delfin-Weibchen brachten weniger Kälber zur Welt. Bis heute bleibt die Lage in dieser Gegend angespannt, wie aktuelle Daten des Zürcher Forschungsteams zeigen. Die Meeressäuger von Shark Bay befinden sich im Klimastress.
(Quelle: srf.ch)

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